Die deutsche Wirtschaft sendet im Februar deutliche Lebenszeichen. Nach einer längeren konjunkturellen Durststrecke kletterte der Ifo-Geschäftsklimaindex überraschend kräftig von 87,6 im Vormonat auf nun 88,6 Punkte. Das ist nicht nur der höchste Stand seit vergangenem August, die Zahlen übertreffen auch die Prognosen der Analysten, die im Vorfeld lediglich mit einem moderaten Anstieg auf 88,4 gerechnet hatten. Befeuert wird dieser frische Optimismus durch aktuelle Daten des Einkaufsmanagerindexes der Industrie. Dieser signalisiert derzeit das stärkste Wachstum seit vier Monaten, was vor allem an einem erstarkten Dienstleistungssektor und der ersten echten Expansion in der Industrie seit über dreieinhalb Jahren liegt.
Robin Winkler, Chefvolkswirt für Deutschland bei der Deutschen Bank, sieht in den aktuellen Entwicklungen immer deutlichere Anzeichen dafür, dass die Konjunktur spürbar an Fahrt gewinnt. Tatsächlich verbesserte sich die Stimmung in fast allen Branchen der Wirtschaft. Eine Ausnahme bildet lediglich der Handel, in dem die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage wieder etwas skeptischer bewerten. Es gibt jedoch auch warnende Stimmen. Carsten Brzeski, Chef-Makroökonom bei ING, verweist auf eine ganze Reihe potenzieller Abwärtsrisiken. Dazu zählen etwa neue handelspolitische Unsicherheiten durch die Regierung in den USA, ein aktuell stärkerer Euro sowie die Nachwirkungen des jüngsten Winterwetters. Dennoch, so Brzeski, skizziere der aktuelle Ifo-Index insgesamt das Bild eines schönen und durchaus ordentlichen zyklischen Aufschwungs.
Neuer Anlauf bei der Heizungswende
Passend zur leichten konjunkturellen Aufhellung stehen in Berlin wichtige politische Weichenstellungen an. Die Bundesregierung treibt die Reform des oft kritisierten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) voran. Das Regelwerk, das noch aus den Regierungszeiten der Ampelkoalition stammt und in der Öffentlichkeit eher als „Heizungsgesetz“ berühmt-berüchtigt wurde, soll nun überarbeitet werden. Planmäßig möchte die Regierung das Vorhaben noch bis Ende Februar unter dem neuen Namen „Gebäudemodernisierungsgesetz“ durch den Bundestag bringen. Zuvor müssen allerdings noch die konkreten Eckpunkte des Entwurfs vorgelegt werden.
Der politische Streitpunkt ist dabei klar umrissen. Aktuell gilt beim Heizungseinbau noch die Vorgabe, dass Anlagen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, flankiert von staatlichen Förderungen und teils langen Übergangsfristen für Bestandsbauten. Während CDU und CSU diese umstrittene 65-Prozent-Regel nun kippen und die damit verbundenen staatlichen Zuschüsse eindampfen wollen, pocht die SPD darauf, an der grundlegenden Idee der ursprünglichen Reform festzuhalten.
Weniger Geld für neuen Solarstrom
Abseits der hitzigen Debatten in der Bundespolitik gibt es im Februar auch ganz konkrete finanzielle Neuerungen für Verbraucher und Unternehmen. Wer plant, sich eine kleinere Photovoltaikanlage mit bis zu 10 Kilowatt Leistung zuzulegen und den Strom ins Netz einzuspeisen, muss künftig mit etwas geringeren Erträgen rechnen. Zum 1. Februar sinkt die Einspeisevergütung um ein Prozent. Bei einer teilweisen Einspeisung ins öffentliche Netz gibt es dann nur noch 7,78 Cent pro Kilowattstunde, bei Volleinspeisung fällt der Betrag auf 12,35 Cent.
Diese halbjährliche Anpassung der Sätze ist ein normaler Vorgang; zuletzt gingen die Vergütungen im vergangenen August leicht nach unten. Wichtig für Hausbesitzer: Wer bereits eine Anlage auf dem Dach hat und betreibt, ist von der Kürzung nicht betroffen. Ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme bleibt die einmal festgelegte Einspeisevergütung für volle 20 Jahre unverändert garantiert. Zeitgleich endet im Februar übrigens auch für Arbeitgeber eine wichtige bürokratische Frist, denn sie müssen bis Monatsende zwingend die Lohnsteuerbescheinigungen ihrer Angestellten einreichen.
Bulgarien verabschiedet sich endgültig vom Lew
Auch auf europäischer Ebene markiert der Februar einen historischen Meilenstein. In Bulgarien ist die Zeit der alten Landeswährung endgültig abgelaufen. Nachdem das Land zum Jahreswechsel 2026 als 21. Mitgliedsstaat der Eurozone beigetreten ist, endet nun die einmonatige Übergangsphase. In dieser Zeit durften noch beide Währungen im Alltag parallel genutzt werden. Seit dem 1. Februar gilt der Euro nun als das einzig zulässige und offizielle Zahlungsmittel des Landes, der Lew ist damit endgültig Geschichte.