Der Hype um Nvidia scheint kein Ende zu nehmen, doch an der Börse macht sich zuletzt eine gewisse Seitwärtsbewegung bemerkbar. Laut Joseph Moore, Analyst bei Morgan Stanley, ist dies jedoch kein Zeichen von Schwäche. Vielmehr seien die hervorragenden Geschäftsergebnisse mittlerweile schlichtweg eingepreist. Während die Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) branchenweit massiv steigen, richten Investoren ihren Blick zwar vermehrt auch auf andere Profiteure des Sektors, doch für Nvidia sieht Moore darin keine Bedrohung. Die Marktposition des Chip-Giganten bleibe stabil, zumal Befürchtungen über schwindende Marktanteile seiner Meinung nach weit übertrieben sind. Mit der angekündigten Vera-Rubin-Plattform steht zudem bereits die nächste Generation in den Startlöchern, die den Vorsprung in der KI-Rechenleistung weiter ausbauen dürfte.
Kapitalzusagen der Tech-Riesen als Kurstreiber
Ein wesentlicher Faktor für das Vertrauen in die Nvidia-Aktie sind die Bilanzen der großen Cloud-Anbieter. Microsoft und Meta Platforms haben erneut klargestellt, dass sie massiv in ihre KI-Infrastruktur investieren werden. Diese milliardenschweren Verpflichtungen wirken wie ein Sicherheitsnetz für Nvidia, da sie eine kontinuierliche Nachfrage nach leistungsstarken Chips garantieren. Zwar gab es am Markt kurzzeitig Bedenken, dass Finanzierungsschwierigkeiten bei kleineren Entwicklern von KI-Modellen zu Verzögerungen bei den Bestellungen führen könnten, doch Moore wischt diese Zweifel beiseite. Solche Störgeräusche mögen kurzfristig für Volatilität sorgen, ändern aber nichts an den glänzenden langfristigen Aussichten. Moore selbst gilt in der Branche als Schwergewicht: Unter mehr als 12.000 von TipRanks beobachteten Analysten belegt er Platz 218, was seinen Prognosen ein entsprechendes Gewicht verleiht.
Kursziele zwischen Euphorie und Skepsis
Wer die Analysteneinschätzungen zu Nvidia vergleicht, findet derzeit ein extrem breites Spektrum vor. Die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate gehen weit auseinander, was bei einem Unternehmen dieser Größenordnung fast schon zwangsläufig ist. Während Evercore ISI das Kursziel kürzlich auf optimistische $352 nach oben geschraubt hat, bleibt Seaport Global Securities mit einem Ziel von $140 deutlich vorsichtiger, obwohl auch dort die Prognose von zuvor $100 angehoben wurde. Sollte sich das bullische Szenario bewahrheiten, stünde der Aktie ein Kurssprung von über 80 % bevor. Im Durchschnitt pendeln sich die Expertenmeinungen bei etwa $250 ein, was immer noch ein solides Plus von rund 31 % gegenüber dem aktuellen Niveau bedeuten würde. Diese Uneinigkeit wird am Markt durchaus positiv bewertet, da sie zeigt, dass noch keine blinde Euphorie herrscht, die oft einem Crash vorausgeht.
Die Kunst der Prognose-Übertreffung
Nvidia hat in den letzten zwei Jahren eine beeindruckende Serie hingelegt und die Erwartungen des Marktes regelmäßig übertroffen. Selbst unter schwierigen Bedingungen, wie Handelsbeschränkungen und Zöllen, lieferte das Unternehmen zuverlässig ab. In den letzten vier Quartalen lagen die Ergebnisse zwar nur im einstelligen Prozentbereich über den Prognosen, was darauf hindeutet, dass die Analysten das Geschäftsmodell mittlerweile besser verstehen. Dennoch ziehen die Schätzungen für das laufende Geschäftsjahr massiv an. Erwarteten die Experten vor drei Monaten noch einen Gewinn pro Aktie von $6,55, liegt der Konsens nun bereits bei $7,66. Für das gerade abgeschlossene Quartal rechnen Marktbeobachter mit einem Umsatzsprung von 67 % und einem Gewinnanstieg von 71 %. Solange diese Dynamik anhält, scheint die Bewertung des wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt fundamental untermauert zu sein.